Ablauf des Teeweges "Chado"

Tocha wandelte sich zu einem geselligen Beisammensein der Oberschicht. Im Mittelpunkt stand der Genuss des Tees in besinnlicher Stimmung. Es wurden dabei Kunstgegenstände und Kunsthandwerk aus China bewundert. Die Samureiklasse bestimmte die Umgangsformen des täglichen Lebens, und sie beeinflusste auch das Beisammensein beim Teetrinken. Es wurden Regeln entwickelt, die die Teegesellschaft verfolgen musste.

Die Teezeremonie kann auf verschiedene Weise zelebriert werden. Sie hängt zum einen von der Schule ab, der der Gastgeber angehört, zum anderen ist der Anlass und die Jahreszeit maßgeblich. Aber in ihren wesentlichen Bestandteilen gleicht eine Teezeremonie der anderen.

Chado bedeutet "der Teeweg". So gleicht die Teezeremonie für den Besucher, aus dem Alltag kommend, einen Weg zur Ruhe und Meditation. Bevor die Gäste den für die Teezeremonie vorbereiteten Raum betreten, gehen sie durch den Garten und reinigen Mund und Hände aus einem mit Wasser gefüllten Steinbecken (tsukubai). Hierdurch reinigen sie symbolisch Herz und Seele und befreien sich von allen unreinen Gedanken. Danach begeben sich die Gäste in den Teeraum. Hierbei handelt es sich um ein kleines Haus mit 4.5 Tatamimatten (4.5 jo/ca. 9 qm), das speziell für die Teezeremonie konstruiert wurde und als "senshintei" (Reinigung der Seele und der Gedanken) bezeichnet wird. Es ist geschmückt mit einem Rollbild (Boku-seki) in der Wandnische (Tokonoma), in der ebenfalls ein Blumenarrangement (chabana) aufgestellt ist. Da der Tee sehr bitter ist, werden vor dem Genuss des grünen Tees kleine japanische Süßigkeiten gereicht.

Die Teezeremonie macht eine Schale Tee zum Mittelpunkt einer frohen geistigen Einheit von Gästen und Gastgeber. Man heißt die Gäste mit aller Herzenswärme willkommen und genießt unter Ausschluss jeglicher Ablenkung das traute Beisammensein. Auch, dass der Tee vor den Augen der Gäste zubereitet wird, hat nur den Zweck, die Freude am Geschmack des guten Tees zu erhöhen.

Gleichzeitig bewirkt die Teezeremonie eine Kommunikation aller Teilnehmer untereinander, in die der Gastgeber oder Teemeister eingeschlossen ist: alle Rangunterschiede sind aufgehoben. So präsentiert die Cha-no-Yu-Gesellschaft das Modell einer idealen Gesellschaft, wenn auch nur für kurze Zeit.

 

 

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