Der Teeweg

Der Aristokratie, die das neue Getränk gleichfalls für sich entdeckt hatte, waren jedoch die spirituellen Vorzüge des Tees weniger wichtig. Ihre Gesellschaften und Gelage waren eine Mischung aus vulgärem Angebertum und raffiniertestem Luxus. Tee als Meditationshilfe und Tee als mondänes Genußmittel waren daher zwei Aspekte, die immer nebeneinander vorhanden waren. Erst in der Azuchi-Momoyama-Periode ( 1573 - 1603, jap. 安土桃山時代 ) entstand so etwas wie eine Teephilosophie, der sog. Teeweg ( jap. 茶道 = Chadō ), zu dessen Ausformung insbesondere der Mönch Sen no Rikyū ( * 1522, † 21.04.1591, jap. 千利休 ) und der Samurai Toyotomi Hideyoshi ( * 17.03.1537, † 18.09.1598, jap. 豊臣 秀吉 ) beigetragen haben. Der große Teemeister Sen no Rikyū formulierte nämlich die Grundlagen der japanischen Teezeremonie und seine an der Grundhaltung des „ Wabi “ ( jap. 侘 = Schlichtheit ) orientierten Prinzipien werden noch heute weitgehend eingehalten und insbesondere in den Teeschulen seiner Nachfahren ( Urasenke, Omotesenke und Mushanokoji senke ), aber auch in der mit der DJG verbundenen Teeschule Ueda Sôko Ryû in Hiroshima vermittelt. Die Prinzipien des Wabi wurden dabei von Sen no Rikyū in bewußtem Gegensatz zu den aristokratischen Ausschweifungen und durch Weiterentwicklung der Ideen seiner Vorbilder bzw. Lehrer Murata Shukȏ ( * 1422, † 1502, jap. 村田 珠光 ) und Takeno Jȏȏ ( * 1502, † 1555, jap. 武野 紹鴎 ) formuliert.

Der Teeweg wurde im Laufe der Zeit zu einer Art Lebensphilosophie der Einfachheit, die auch die anderen „ Künste “, wie Architektur und Gartenbau, Kunsthandwerk und Blumenkunst, Malerei und Kalligraphie beeinflußte.

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