Veranstaltungshinweise

Online-Vortrag von Dr. Susanne Schieble in Kooperation mit der VHS Hannover am 27.02.2021

Moderne japanische Literatur "Kennen Sie die kleine japanische (dreizeilige) Strophe, die "Hai-Kais" heißt?" Rilke

Im Zuge der Weltausstellungen in Paris und London Ende des 19. Jahrhunderts rückte die japanische Kultur in Europa in den Blick und beeinflusste zahlreiche Künstler u.a. in der bildenden Kunst, aber auch in der Literatur. Rilke schrieb unter dem Einfluss der Lektüre japanischer Haiku selbst Kurzgedichte und brach damit der Haiku-Dichtung im deutschsprachigen Raum Bahn. Das Haiku wird für ihn zum "neuen Bewusstseinsinhalt".

Die japanische Literatur fasziniert, nicht nur Rilke und nicht nur durch das Haiku. Die Fülle an Themen und Stilen ist ebenso beeindruckend, wie ihre Fremdheit und Anziehungskraft. Durch die Öffnung Japans gegenüber dem Westen Ende des 19. Jahrhunderts setzten sich japanische AutorInnen mit der westlichen Schreibweise und mit neuen Erfahrungswelten und dadurch mit den eigenen Traditionen auseinander und verarbeiteten diese in ihrer Literatur. Die kulturelle Beeinflussung läuft somit in beide Richtungen.

Dr. Susanne Schieble wird anhand ausgewählter Beispiele diesen Veränderungen und Beeinflussungen nachspüren und sichtbar machen. Dadurch entsteht ein Mosaik einer einzigartigen Literaturlandschaft - mal fantastisch, mal realistisch, mal träumerisch, aber in jedem Falle einzigartig.

Beginn: 15.00 Uhr

Kosten: 4,-- €

Anmeldung unter > www.vhs-hannover.de


Online-Vortrag von Florian Becker am Donnerstag, 15. April 2021, 19.00 Uhr

Die Yakuza - Traditionelle Ganzkörpertattoos treffen auf globalisierten Finanzkapitalismus

Die einst gefürchtete Yakuza befindet sich am Rand ihres Untergangs. Neue Gesetzgebung, Überalterung und Nachwuchssorgen machen ihr schwer zu schaffen. Einst zählte Japans Mafia über 180.000 Mitglieder, heute sind es kaum noch ein Sechstel. Aber was ist die Yakuza überhaupt? Ein Krebsgeschwür, das sich durch die japanische Gesellschaft frisst, oder ein notwendiges Übel in einem Land mit einer der niedrigsten Kriminalitätsraten weltweit?
Florian Becker ist Japanologe und Historiker sowie Vorstandsmitglied der DJG Hannover.

Einladungslink: https://us02web.zoom.us/j/89428222081,

Meeting-ID 894 2822 2081

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Donnerstag, 11.03.2021, 19.00 Uhr

Aikido - 800 Jahre alte Wurzeln der japanischen Kampfkunst

Online-Vortrag von Prof. Dr. Franz Renz, Leibniz Universität Hannover

Im Rahmen des Vortrags wird ein roter historischer Faden von den martialischen Techniken der Samurais (Daitoryu) bis hin zum friedlichen modernen Aikido gesponnen. Zwei Hände, zwei Füße - es muss zwischen allen weltweiten Stilrichtungen interkulturelle Ähnlichkeiten geben. Prof. Renz kann als praktizierender Schwarzgurtträger sowohl im Daitoryu als auch im Aikido detaillierte Unterschiede in den Techniken exemplarisch vorstellen. Z.B. Warum ist der Purzelbaum eine Gefahr im Alltag und sollte besser durch die schützende Aikido-Rolle ersetzt werden?

Einladungslink: https://us02web.zoom.us/j/89770155857

Meeting-ID 897 7015 5857

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Donnerstag, 25.03.2021, 19.00 Uhr

Gustav KLIMT, Japan und der trompetende Putto

Online-Vortrag von Prof Dr. Franz Renz, Leibniz Universität Hannover

Mehr als 100 Jahre nach seinem Tod 1918 zählen Meisterwerke von Gustav Klimt zu den teuersten Bildern, die je versteigert wurden.Warum ist Gustav Klimt in japanischen Schulbüchern? Warum hatte er eine Samurai Rüstung in seinem Atelier? Was hat das Meisterwerk „Trompetender Putto“ damit zu tun?Diese und weitere Fragen werden im Vortrag beleuchtet.

Einladungslink:  https://us02web.zoom.us/j/84434482142

Meeting-ID 844 3448 2142

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Franz Renz ist Professor für Koordinationschemie an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschung mit Schwerpunkt »Molekulare Schalter« spielen in der Technik (z. B. Speicher, Energiekonversion), Medizin (z. B. Tumorerkennung) und Geologie (z. B. Erdbebenvermeidung) eine Rolle. Er war Mitglied der NASA Mars Rover Mission Spirit und Opportunity und ist im Studienjahr 2020-2021 Teilzeit-Professor an der Universität von Tokyo (TODAI).
Im Zentrum für Hochschulsport lehrt er Aikido. Er ist Träger von Schwarzgurten in den japanischen Kampfkünsten Aikido und im Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu. Prof. Renz ist Vorstandsmitglied der DJG Hannover.


Donnerstag, 29.04.2021, 19.00 Uhr

Vortrag von Riho Taguchi und Prof. Dr. Junkichi Sugiura
Gesellschaft mit Corona: Vergleich zwischen Japan und Deutschland 

コロナの社会:日本とドイツを比較 

Erster Teil von Riho Taguchi

Wie ist die japanische Gesellschaft unter Corona? Was macht die Politik? Werden die Olympischen Spiele in Tokio jetzt 2021 wirklich stattfinden? Erweiterter Notstand, wenig Entschädigung für den Wirtschaftssektor, mehr Selbstmorde und knappe Krankenbetten. Diese und weitere Themen werden im Vortrag behandelt. 


Zweiter Teil von Prof. Dr. Junkichi Sugiura

Wie handeln Japaner in der Gesellschaft mit Corona? Einige halten Anweisungen von der Regierung für Kontaktvermeidung ein, aber andere nicht. Woher kommen diese unterschiedlichen Verhaltensweisen? Der Sozialpsychologe Sugiura, der seit November 2020 in der Nähe von Hamburg wohnt, hat die japanische und deutsche Gesellschaft mit Corona erlebt. Aus seiner Sicht und Erfahrungen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Ländern präsentiert.

田口理穂
Riho Taguchi ist in Osaka geboren und seit 1996 wohnhaft in Hannover. Sie ist freiberufliche Journalistin, Buchautorin und beeidigte Dolmetscherin. Schwerpunkte ihrer journalistischen Arbeit sind Umwelt, Energie, Gesellschaft und Erziehung.  Im Januar 2021 wurde ein Buch über die Corona-Maßnahmen und Regierungen in verschiedenen Ländern von sieben Autorinnen auf Japanisch veröffentlicht. Riho Taguchis Part behandelt Deutschland.   
https://www.amazon.co.jp/dp/4334045162 
 
杉浦淳吉
Junkichi Sugiura ist Professor an der Universität Keio in Tokio, Japan. Er ist in der Präfektur Aichi geboren und ist jetzt zum 28igsten Mal in Deutschland. Seit November 2020 lebt er mit seiner Familie für ein Jahr in der Nähe von Hamburg im Rahmen eines Forschungsjahres als Gast an der Leibniz Universität Hannover und der Medical School Hamburg. Seine Schwerpunkte sind u.a. Umweltpsychologie, Risikokommunikationstheorie und Sozialpsychologie mit Hilfe von Spielen.


Anmeldung

Vortrag von Horst Schmidt „Japangärten in Deutschland.

Vom kleinen Teegarten bis zum großen Wandelgarten“ mit anschließender Teezeremonie am Teehaus und Begehung des Teegartens.

Sonntag, 13.06.2021, 14:30 Uhr im HCC, Bonatz-Saal, Theodor-Heuss-Platz 1-3, 30175 Hannover

> Anmeldebogen: Link PDF


Japanreisen (2022): Update

Angesichts der nach wie vor anhaltenden Krisenlage und Ungewissheit bezüglich der Corona-Pandemie und der Dauer, die ein Impfen der Gesellschaft mit sich bringt, haben wir uns nach intensiver Beratung entschlossen, sowohl die Kultur- als auch die Jugendreise noch einmal um ein halbes Jahr zu verschieben.

Wir planen die Reisen nunmehr für den Zeitraum 15.10. bis 31.10.2022 (Kulturreise) bzw. 17.10. bis 28.10.2022 (Jugendreise). Wir hoffen sehr, dass bis dahin das Risiko so minimiert ist, dass ein unbeschwertes Reisen möglich sein wird. Eine Japanreise im Herbst hat ganz besondere Reize, denn die milden Temperaturen und die Herbstfärbung präsentieren wunderschöne Impressionen.

Sollte ein Interesse bestehen, möchten wir Sie bitten, den Interessentenbogen ausgefüllt an schieble@djg-hannover.de zurückzusenden. Weitere Informationen gehen Ihnen zu.

> Anmeldung Japanreise 2022: Link

> Anmeldung Jugendreise 2022: Link

Beitragsseiten

„Weil little boy vom Himmel fiel“

Andacht von Stadtsuperintendent Thomas Höflich und szenische Lesung der Gruppe Poesie anlässlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfs auf Hannovers Partnerstadt Hiroshima im Mahnmal St. Aegidien am 29.07.2020

Veranstaltung der DJG Hannover, der Gruppe Poesie, der Marktkirchengemeinde und der Evangelischen Kirche Hannover, in Zusammenarbeit mit der GAF – Galerie für Fotografie/Eisfabrik

Punkt 18.00 Uhr dringen Glockenschläge durch das Mahnmal St. Aegidien. Dann ist es still. Und es bleibt noch eine Weile still, bis Stadtsuperintendent Thomas Höflich die Andacht beginnt. Es ist eine meditative, reflektierte Stille, die eine ganz spezielle Energie unter den rund 50 Besuchern und 6 Künstlerinnen und Künstlern freisetzt und die alle erfasst. Dann beginnt Autor Marcus Neuert mit den ersten Sätzen der Lesung: „Man muss sich keine Sorgen machen.“ Doch, so stellt sich im Laufe des ersten, dialogisch vorgetragenen Textes heraus, vielleicht muss man sich doch Sorgen machen!

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Damit beginnt die rund einstündige szenische Lesung von Mitgliedern der Gruppe Poesie. Sie tragen eigene und Texte ihrer Autorenkolleginnen und -kollegen vor. Diese Texte setzen sich mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima auseinander: Warum kam es dazu? Was für verheerende Auswirkungen hatte er – bis heute? In philosophischer, politischer, gesellschaftlicher, aber auch in physiologischer und psychologischer Hinsicht? Und was sagt das über die Menschheit aus, die sich gegenseitig vernichtet? Wie kann solch ein Ereignis für die Zukunft verhindert werden? Die Texte kommentieren sich, widersprechen, ergänzen und potenzieren sich und bilden auf diese Weise mehr als die Summe ihrer Teile. Sie kulminieren zu einem Gesamtkunstwerk, das für sich steht, gefühlvoll umrahmt von der von Christa Eschmann (Querflöte) und Agnes Hapsari (Klavier) vorgetragenen Musik japanischer Komponisten. Sie tragen die meditative Energie des Anfangs fort, bis zum Schluss, nachdem die letzten Klänge von „Haru no Umi“ verklungen, das rote Tori von Miyajima, der heiligen Insel vor Hiroshima, als Sehnsuchtsort benannt wurde und Thomas Höflich den Segen ausspricht. Dazu trägt auch der Ort der Aegidienkirche bei, die als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt als Ruine belassen wurde und die die Friedensglocke, die die Stadt Hiroshima der Stadt Hannover 1985 schenkte, beherbergt. Diese Glocke wird immer zum 6. August, dem Jahrestag des Atombombenabwurfs geschlagen, so auch in diesem Jahr. Die Texte der Gruppe Poesie verwandeln das Wort in imaginäre Glockenschläge und gedenken poetisch der Opfer auf beeindruckend künstlerische und einfühlsame Weise.

Der amerikanische Literaturnobelpreisträger William Faulkner hat gesagt: „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen“. Nein, das ist es nicht. Aber wir können daraus Hoffnung schöpfen für die Zukunft.

Dr. Susanne Schieble, Präsidentin DJG Hannover

Fotos: Claudia Rimkus

 

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